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Durch die Wüste ... Zwei auf der Suche nach WasserEin Deutscher und ein Jude gehen in die Wüste... Nein! Das ist nicht der Anfang eines miesen Witzes sondern beschreibt genau, was ich die letzten 4 Wochen gemacht hab, und erklärt auch, warum ich überwiegend nicht erreichbar war. Habe nämlich mit dem Israeli Jakob Kornblut - gehts noch jiddischer? - kurz Kobi, New South Wales, das ist einer der australischen Bundesstaaten, durchquert. Zu Fuß.Wir waren genau 25 Tage unterwegs, sind davon 19 Tage gelaufen und haben in dieser Zeit 657 km zurückgelegt. Die anderen 6 Tage waren Resting Days, die wir immer wieder zwischendrin mal einlegen mussten, um diverse Wunden auszukurieren. Dabei handelte es sich überwiegend um Blasen, teils entzündet, und wir waren sogar beide mal ne Woche auf Antibiotika. Doch auch während der Restin Dayz lagen wir nicht rum, sondern ackerten, einmal auf einer Kangaroo-Waisen-aufpäppel-Station eines Nationalparks. Ist aber nicht ganz so glorious wie es sich anhört, bestand nämlich überwiegend aus Scheißeschippen. Egal, am Abend hieß es Fütterung, wo gleich mal über zwanzig Roos zum Dinner erschienen. Und zwei Babys mussten sogar mit der Flasche gefüttert werden, sausüß! Einen anderen Tag verbrachten wir damit, einem Farmer seine Windmühle zu reparieren, was 9 Stunden harter und vor allem gefährlicher Arbeit bedeutete... aber als wir am nächsten Morgen ungläubig auf die Zahlen unserer Schecks starrten, wurde klar, dass es sich definitiv gelohnt hatte: Wir hatten mit einem Tag ackern unseren gesamten Hike finanziert! Aber der überwiegende Teil dieses Erlebnisses war mit Sicherheit das laufen durch die unendliche Eisamkeit dieses Kontinents. Wir hielten uns nicht an Straßen sondern zielten die meiste Zeit exakt nach Norden, um den Weg auf ein Minimum zu beschränken. Dies bedeutete aber auch bis zu zwei Tage keinen Kontakt zu irgendeinem anderen Menschen, und weit schwieriger: Keine Wassersource, weshalb wir teils mit dem Wasser für 48 Stunden, je 14 Liter, und dem Essen für zehn Tage auf dem Rücken unterwegs waren, aua. Nach der ersten Woche erkannten wir zum ersten mal, wie einfach die Navigation ist, wenn die Karte mal ausnahmsweise mit der Realität übereinstimmt... Die Leute, die wir unterwegs trafen, begegneten uns mit großer Freundlichkeit und auch suuba Gastfreundschaft: Einmal wurde extra für uns ein Hase geschossen, ein anderes Mal brachte uns eine Aborigeeneegruppe ein 3/4 Kilo Kangaroo - "Hopping Steak" schmeckt wirklich ...mmmhhhhh yummie!! Dadurch lernten wir auch das richtige Leben auf einer Station mitten im nichts kennen, mit allen großen und kleineren Problemen, hauptsächlich: Wasser. Und wie man es findet: Mit einer Wünschelrute. Irgendwie scheint das auch zu funktionieren, aber ich halts trotzdem für Unsinn. Dafür hat aber jeder zweite hier nen Flugzeuglandeplatz im Hinterhof. Den amüsantesten Charakter lernten wir in der letzten Woche unseres Spaziergangs kennen: Wir waren am Ende eines harten Tages angelangt, sicher dass wir nur noch 5 K's oder so vor uns hatten, als plötzlich ein Auto am Horizont auftauchte. Es kam näher und entpuppte sich als Polizeiauto. Was wollen die denn hier im nichts?! Wie sich herausstellte war es der Polizist der nächsten Ortschaft. Und der suchte nach UNS! Cool, das erste Mal, dass ich in Australien polizeilich gesucht werde, dachte ich, aber was wollte er nur? Einige Anwohner, die von uns gehört hatten, machten sich wohl Sorgen um uns, und angesichts der Tatsache, dass immer wieder Touristen im Outback den Löffel abgeben, wollte er halt mal vorbeigucken... was einen 100 km Drive für ihn bedeutete! Von da an war er unser absoluter Held, nur ein wenig anstrengend, weil wir von da an jeden Abend bei der Polizei anrufen lassen und sagen mussten, dass es uns gut geht. Außerdem beorderte er uns ins Krankenhaus, was wir hoch und heilig versprachen, dann aber doch vergaßen. Das Beste dieses Ausfluges war aber, wie schon erwähnt, die Erfahrung der Einöde und Größe des Outbacks, vor allem wenn man auf einem kleinen Hügel steht und in alle Richtungen nichts als rote Erde bis zu einem unendlich weit entfernt wirkenden Horizont erblicken kann - und weiß, dass man dort morgen oder übermorgen mal ankommen wird! Als wir unser Ziel, die Staatsgrenze von New South Wales/Queensland, dann endlich erreichten, war die Freude grenzenlos. Genau wie unser Geschrei dort! Einfach ein geniales Gefühl! Nachdem wir uns ausgetobt hatten, gings, keine Panik, zurück Per Anhalter Durch NSW, along the Silver City Highway. Das kleine Kaff Broken Hill sollte dabei eigentlich nur eine Zwischenstation sein, allerdings wurden wir dort festgehalten. Es war nämlich DAS Wochenende in BH, das absolute Megaevent, die einzigen drei Tage, wo die Augen der Welt auf diese 20.000 Metropole blickten: Horse Race! Na ja, was soll ich sagen, trotz einiger absolut "sicherer Tipps" und vielversprechender Namen der Pferde - "Buy a Longneck", "Space Bubbles" and "Ideal Conclusion" - verließen wir die jeweiligen Orte des Geschehens nicht wirklich mit Gewinn, aber auch nur mit dem Verlust, den wir am Eintrittsgeld gespart hatten, nachdem wir von dem Journalisten der Lokalzeitung, der nen Artikel über uns schrieb, Freikarten bekommen hatten. Auch den Rest unserer letzten paar Tage genossen wir es, wieder in so was ähnlichem wie Zivilisation zu sein, vor allem im kulinarischen Sinne: BBQ 3 times a Day! FLAAIISCH!! Gestern kamen wir dann wieder zurück nach Mildura, der Stadt, wo wir starteten und auf überraschte Gesichter stießen: Was? Ihr habt überlebt? Die ersten, die so ein ähnliches Unternehmen versuchten, waren nämlich die Abenteurer Burke & Wills, die vor ca. 150 Jahren mit Kamelen, Pferden und einer Riesengruppe von 14 Leuten oder so aufbrachen. Alle bis auf drei starben! Mir gehts aber gut, ich hab beschlossen meinen Australien Urlaub ein wenig zu verlängern. Im August hau ich hier ab, um noch für einen guten Monat Südostasien abzuchecken. Weiß aber noch nicht genau, was das bedeutet, entweder das tropische Thailand, das mörderische Malaysia oder das chinesische China! Berlin, der geilen Sau, du fehlst mir.
Tom ist ein Vierteljahr zuvor nach Australien gegangen, hat sein Rückflugticket verkauft und ist getrampt. Sein Weg führte ihn von Australien nach China, wo er nicht einen Monat, sondern viel länger blieb. Danach kam er zurück nach Berlin, um u.a. Swahili zu studieren, was ihn dann für meherer Monate nach Afrika verschlug. Und so weiter ... Tom eben. |
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